Sich mit der digitalen Entwicklung zu beschäftigen, ist für Kommunen ein Muss. „Smart City“ ist in aller Munde – doch eine allgemeine Vorstellung davon gibt es nicht. Das Feld ist unübersichtlich. Sowohl Chancen als auch Risiken zeichnen sich ab.

Lange Zeit haben Technologiekonzerne die Debatte dominiert. Die Friedrich-Ebert-Stifung vertritt eine andere Perspektive: Das Projekt „Smart Cities und die soziale Stadt“ will Kommunen helfen, einen Kompass für den eigenen Weg in die Zukunft zu finden und stellt dabei die Menschen und ihre Interessen ins Zentrum.

Smart City wird häufig mit Digitalisierung in jedem Lebensbereich verstanden. Doch nicht die Fixierung auf technische Innovationen, wie Cisco, Google oder Siemens sie anbieten, kann Grundlage einer „klugen Stadt“ sein. Vielmehr muss es darum gehen, den Bedarf der Bewohner_innen einer Kommune bestmöglich zu decken. Nötig sind Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für alle, gesunde Lebensbedingungen und gute Arbeitsplätze sowie ressoucensparende und klimafreundliche Versorgungs-strukturen. Algorithmen und digitale Werkzeuge können helfen, die Lebensqualität an vielen Stellen zu verbessern – aber Technik darf nicht Ziel oder Selbstzweck sein. Daten müssen vor unerlaubtem Zugriff geschützt sein. Beteiligungsformate sind so zu gestalten, dass sich Menschen ohne Digitalkenntnisse gleichberechtigt einbringen können.

Die Broschüre „Smart City in der sozialen Stadt – Menschen in den Mittelpunkt stellen“ ist Ergebnis einer Recherche. Zum einen thematisiert sie die relevanten Bereiche des städtischen und ländlichen Lebens: Teilhabe, Mobilität und Logistik, soziale Infrastrukturen, Bildung und Wohnen. Zum zweiten beleuchtet sie die Situation in vier deutschen Städten sowie im asiatischen Singapur aus unterschiedlichen Perspektiven. Verantwortliche aus Politik und Verwaltungen kommen ebenso zu Wort wie Unternehmer_innen und Bürger_innen.

Deutlich wird, dass es keine Patentlösungen geben kann: Jede Stadt ist anders, und in jeder Stadt gibt es eine Vielfalt von Perspektiven. Was die Politik beschließt, wird von den Bewohner_innen oft ganz anders wahrgenommen, als es die Entscheider beabsichtigt haben.

Trotzdem lassen sich allgemeine Aussagen destillieren, was ein „kluge Stadt“ der Zukunft ausmacht. Im Schlusskapitel fasst die Broschüre die Chancen und Risiken für die lokale Wirtschaft, die soziale Infrastruktur, für Mobilität und Wohnen zusammen und destilliert daraus Handlungsempfehlungen für die Bundes- und Landespolitik sowie für Städte und Kommunen.

Die Ergebnisse unserer Arbeit können Sie gerne unter dem folgendem Link nachlesen: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/15832.pdf