300 Betriebsräte aus ganz Deutschland auf Konferenz in Berlin

Gute Arbeit braucht starke Arbeitnehmerrechte ohne Hintertür. Wie diese erreicht, angewendet und durchgesetzt werden können, stand im Mittelpunkt der Betriebsrätekonferenz der SPD-Bundestagsfraktion. Rund 300 Betriebs- und Personalräte aus ganz Deutschland waren zu Gast, darunter der eon-Betriebsratsvorsitzende Dr. Carsten Lelke, der auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Michael Groß gekommen war.

„Für gute Arbeit müssen Politik und Arbeitnehmervertretungen an einem Strang ziehen – und zwar mit voller Kraft“, ist Michael Groß überzeugt. „Einerseits brauchen wir Politiker die Erfahrung der Arbeitnehmervertretungen aus der Praxis für die Gesetze, die wir machen. Andererseits brauchen die Betriebsräte uns, damit wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gesetzlich den Rücken stärken.“

Um gute Arbeit zu gewährleisten, müssten gerade jetzt die Veränderungen in der Arbeitswelt berücksichtigt werden. „Wie gehen wir mit mobiler Arbeit um? Braucht es im Arbeitszeitrecht mehr Flexibilität oder mehr Arbeitsschutz? Wie kann in Zeiten der Plattformökonomie die Gründung eines Betriebsrates erleichtert und rechtssicher gemacht werden? Das sind die Fragen, auf die wir dringend Antworten finden müssen“, so Groß.

Auf der Konferenz zu Arbeitnehmerrechten der Zukunft mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und dem ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke wurde klar: Unbefristete Arbeitsverhältnisse müssten wieder zur Regel werden, Befristungen mit Sachgrund gehörten auf den Prüfstand, ebenso wie das Teilzeitrecht. Um den digitalen Wandel zu meistern, brauchen wir mehr Qualifizierung und Mitbestimmung. „Wir haben in dieser Wahlperiode die Brückenteilzeit und das Rückkehrrecht in Vollzeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingeführt. Das wollen wir weiter ausbauen. Dass das notwendig ist, hat sich auch im Gespräch mit Dr. Carsten Lelke, Vorsitzender des eon-Betriebsrates, aus Herten gezeigt. „Ich freue mich, dass er nach Berlin gekommen ist, um gemeinsam mit uns gute Arbeit und gute Interessenvertretung zu gestalten.“