„Können Sie uns etwas sagen zu…“, so begannen alle Fragen an Staatssekretär Björn Böhning aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. ‚Digitalisierung und Bildung‘ war Thema des Treffens mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern des Hans-Böckler-Berufskollegs in Marl.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Wolfgang Großer und das Kollegium besichtigte der Gast aus Berlin zusammen mit dem SPD-Bundestagabgeordneten Michael Groß zunächst eines der beiden digitalen Lehrzimmer, welches in Eigenregie konzipiert und installiert wurde. Dieser Unterrichtsraum umfasst einen höhenverstellbaren Arbeitsplatz mit einem interaktiven Beamer, mit einer Dokumentenkamera und einem Touchscreen. Kathrin Ollas, Leiterin des EDV-Teams, betont: „Durch diesen digitalen Arbeitsplatz sind neue, erweiterte Lehr- und Lernmöglichkeiten gegeben. Dadurch wird die Digitalisierung im schulischen Bereich vorangebracht.“

Die Überschrift des Nachmittags, Mitreden beim Thema Digitalisierung, nahmen die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs wörtlich. Eine praktische Anregung, wie zukünftiger Unterricht gestaltet werden kann, war, Tablets statt schwerer Bücher zu kaufen und Lerninhalte digital herunterzuladen.

Auch ein bisschen Sorge schwang in den Zukunftsgedanken mit: Werden sich Lehrkräfte und Lernende auch künftig direkt sehen? Oder läuft irgendwann alles über Videos und online-Vorlesungen? Verstärkt Digitalisierung Probleme wie Mobbing? Hier waren sich alle einig, dass auch bei anderen Formen des Austauschs – wie heute schon Email und Chat – Umgangsformen gepflegt werden müssen und sie keinen 100%igen Ersatz für persönlichen Kontakt sein dürfen.

Dass Bund und Länder mit dem Digitalpakt Schule für bessere Ausstattung sorgen wollen, sei richtig und wichtig. Aber wenn mal was nicht funktioniert, nutzt die beste Ausstattung nichts ohne technischen Support durch fachkundiges Personal. Gibt es Pläne, Geld, Stellen, um die notwendigen Qualifikationen und Kompetenzen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Wandel der Arbeitswelt zu erhalten und anzupassen? „Hier setzen wir mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie an“, berichtete der Staatssekretär. „Alle, selbst hervorragend ausgebildete Fachkräfte müssen sich weiterbilden, wenn sie auch morgen mit den Anforderungen und Aufgaben Schritt halten wollen. Ziel der Nationalen Weiterbildungsstrategie ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, Menschen frühzeitig und präventiv zu qualifizieren und weiterzubilden – nicht erst, wenn Arbeitslosigkeit vorliegt oder droht.“ Die Bundesregierung investiere in diesem Jahr eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in die Umsetzung der Strategie Künstliche Intelligenz, ergänzte Michael Groß. „Schwerpunkte liegen auf dem Transfer von der Forschung in die Praxis sowie dem gesellschaftlichen Dialog. Menschen in die digitale Zukunft mitzunehmen, ist mir dabei ein äußerst wichtiger Aspekt.“