„Für jeden Euro, den man in die Digitalisierung investiert, muss man auch einen Euro in die Menschen investieren“, fordert der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Björn Böhning. Auf Einladung des heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Groß war der für das Thema Digitale Arbeitsgesellschaft zuständige Staatssekretär nach Marl gekommen. Gemeinsam mit dem DGB Emscher-Lippe hatte Groß zum Fachgespräch ‚Digitalisierung in der Arbeitswelt‘ geladen.

Es gehe nicht nur um technische Ausstattung, sondern insbesondere um die Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen für die Beschäftigten. „Wir wollen besser, nicht billiger!“, versicherte Böhning. Digitalisierung hat in vielen Branchen schon Einzug gehalten. Leider oftmals ohne entsprechende Schulung der Beschäftigten. Statt ‚lebenslangem Lernen‘ sei ,learning by doing’ an der Tagesordnung.

Das sogenannte Qualifizierungschancengesetz bietet die Möglichkeit, sowohl die Weiterbildungsmaßnahmen selbst als Zuschüsse zum Lohn der Beschäftigten zu finanzieren. „Weiterbildung soll Teil der Arbeit werden“, so Böhning. Vorstellbar wären eine Art Bildungsversicherung und/oder ein Bildungskonto. Wie auch in anderen Zeiten eines Strukturwandels, aus denen beispielsweise Kranken- und Rentenversicherung hervorgegangen wären, müssten auch jetzt neue Wege angedacht werden.

Mark Rosendahl begrüßt für den DGB Emscher-Lippe das Qualifizierungschancengesetz. Damit biete sich die Chance, lebenslanges Lernen ins Berufsleben zu integrieren. „Technologien sind kein Verhängnis, sondern müssen gestaltet werden, am besten mit Betriebsrat und Tarifverträgen“, fordert der DGB-Chef. „Wichtig ist, den neuerlichen Wandel aktiv zu steuern und soziale Standards für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu sichern”, bekräftigt Michael Groß.