„Pflegebedürftige, Pflegekräfte und Angehörige müssen auf die Solidarität der Gesellschaft vertrauen können. Im Mittelpunkt der Pflegepolitik der SPD-Bundestagsfraktion steht, eine gute und verlässliche Pflege zu gewährleisten, die Arbeit von Pflegekräften angemessen zu honorieren und pflegende Angehörige optimal zu unterstützen“, so der Bundestagsabgeordnete Michael Groß zu Beginn der Veranstaltung „Pflege stärken“ in der Marler Paracelsusklinik.

Mit Michael Groß diskutierten SPD-Gesundheitspolitiker Dirk Heidenblut, MdB, die stellvertretende Geschäftsführerin der AWO Westliches Westfalen, Elke Herm-Riedel, Klinikum Vest- Geschäftsführer Peter Hutmacher sowie Björn Jadzinski von der Gewerkschaft ver.di.

Mit einem Sofortprogramm der Bundesregierung werden 13.000 Stellen in stationären Einrichtungen der Altenpflege geschaffen, um dem Mangel an Pflegekräften zu begegnen. Darüber hinaus werden verbindliche Vorgaben für eine bessere Personalausstattung in der Altenpflege und im Krankenhaus entwickelt. In der Altenpflege stärken wir die Bezahlung nach Tarif: Arbeitgeber und Gewerkschaften sollen zu flächendeckenden Tarifverträgen kommen können – und damit zu einer besseren Bezahlung für die Pflegekräfte in ganz Deutschland.

Alle Teilnehmer machten ihre Position deutlich, die eins gemein hatte: die Beschäftigten der Gesundheitsberufe verdienen unser aller Respekt. Physische und Psychische Herausforderungen führen die Beschäftigten an ihre Belastungsgrenzen, daher findet die gemeinsame Forderung nach mehr Personal Gehör in der Bundesregierung. Das Pflegepersonalstärkungsgesetz sei dafür ein erster Schritt, betont Dirk Heidenblut, wies aber auch darauf hin, dass es derzeit schwierig sei, qualifiziertes Personal zu finden.

Dieser Eindruck wurde vor allem auch von Elke Herm-Riedel bestätigt. Inzwischen gäbe es große Schwierigkeiten, das Angebot der ambulanten Pflege flächendeckend aufrecht zu erhalten. Personal von dort wechsele in den stationären Dienst. Längere Wartelisten im ambulanten Pflegedienst für die Betreuung Älterer und Kranker seien leider Normalität geworden.

Mit einem Film der Großdemonstration in Essen begann Gewerkschaftsvertreter Björn Jadzsinki seine Ausführungen. Das Pflegepersonal geht auf die Straße und zwar nicht für mehr Geld, sondern für mehr Personal! Das sei ziemlich einmalig.

Der Geschäftsführer des Klinikums Vest, Peter Hutmacher, zeigte auf, dass inzwischen im Krankenhausalltag viel Bürokratie und Dokumentationspflichten gesetzlich notwendig wurden und wünschte sich hier einen Abbau von Bürokratie wo möglich ohne dabei die hohen Sicherheitsstandards in Deutschlands Krankenhäusern aufzugeben.

Dirk Heidenblut MdB versicherte den rund 60 Gästen der Veranstaltung: „Die Verbesserung der Pflege ist ein zentraler Punkt des aktuellen politischen Handelns. Darauf können Sie sich verlassen.“

„Wir brauchen eine Reform der Pflegeversicherung, mit der die Grundlage für einen umfassenden, ganzheitlichen Ansatz gelegt wird und wir uns in unserer älter werdenden Gesellschaft auf die Unterstützung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen einstellen. Eine nachhaltige und solidarische Finanzierung der Pflege ist auch die Voraussetzung dafür, dass neue, gute und sichere Arbeitsplätze im Bereich der Dienstleistungen von Menschen für Menschen entstehen können“, so der hiesige Bundestagsabgeordnete Michael Groß zum Abschluss der regen Diskussion zwischen den PodiumsteilnehmerInnen und den Gästen im Publikum.