Stellungnahme zum Artikel „Waldpark-Projekt sorgt für hitzige Debatte“ vom 26.1.18

 Bezahlbarer Wohnraum ist ein aktuelles Thema, dem wir uns auch in Marl nicht verschließen dürfen. Schon heute müssen bundesweit 9,3 Millionen Menschen (entspricht 5,6 Millionen Haushalten) mehr als 30% ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen. 30% des Nettolohns, der dann für andere Dinge der Lebensführung nicht mehr zur Verfügung steht. Klar ist, wir brauchen ca. 140.000 neue Wohnungen für mittlere und untere Einkommen, gut die Hälfte davon mit sozialer Bindung.

Noch am 9. Januar war in der Marler Zeitung der Artikel „Immer weniger geförderte Wohnungen“ zu lesen: Von 2010 bis 2016 seien 829 geförderte Wohnungen weggefallen, jedoch nur 69 von 2011 bis 2016 gebaut worden. Laut dem Handlungskonzept Wohnen der Stadt Marl wird sich der Bestand an Sozialwohnungen bis 2025 verglichen zum Jahr 2008 um die Hälfte auf 2700 Wohnungen reduzieren, sofern kein Neubau von gefördertem Wohnraum stattfindet. Aber die aktuellen Bauprojekte in Marl schließen die vorhandene Lücke bei Weitem nicht.

Die von Ulrich Otto zitierte Aussage, „in Marl dürften nicht nur Sozialwohnungen gebaut werden“, ist vor diesem Hintergrund nicht nur unverständlich, sondern absolut kritikwürdig. Für kostengünstige Mieten zu sorgen, ist schon jetzt eine wichtige Aufgabe.